Die ausufernden EEG-Förderungen sollen nach Wunsch der FDP zeitnah abgeschafft werden. Warum sind die Subventionen für Erneuerbare immer noch so teuer?
Inhalt
Die Energiepreise werden wohl nie wieder auf Vorkrisenniveau fallen, aber zumindest die Extrempreise von 2022 sind Geschichte.
Bezahlbare Strompreise treiben aber auch die Subventionen für Erneuerbare zurück auf die Vorkrisenhöhe.
Der EEG-Finanzierungsbedarf für das Jahr 2024 wurde wegen fallender Marktwerte bereits um 8 Mrd. Euro erhöht und auch das wird wohl nicht reichen.
Seit 2022 werden die EEG-Subventionen komplett durch Steuern finanziert und belasten daher direkt den Bundeshaushalt.
Die FDP schlägt schon eine Abschaffung der Förderung von Wind- und Solar-Neuanlagen vor.
Warum sind die Förderkosten für Erneuerbare nach bald 35 Jahren Stromeinspeisungsgesetz immer noch so extrem hoch?
Ist eine Abschaffung längst überfällig?
EEG-Subventionen 2024: Welche Erneuerbare kosten am meisten?

Erneuerbare Energien (EE) werden in Deutschland 2024 voraussichtlich mit 21 Milliarden Euro gefördert:12
- 10.549 Mio. €: Photovoltaik
- 4.683 Mio. €: Biomasse
- 3.109 Mio. €: Wind offshore
- 2.502 Mio. €: Wind an Land
- 160 Mio. €: Wasserkraft
- 49 Mio. €: Geothermie
Die Hälfte der Subventionen für Erneuerbare entfallen allein auf die Solarenergie mit gut einem Viertel der Differenzkosten für Wind und fast dem gesamten Rest für Biomasse.
Das steht in einem krassen Gegensatz zu den Strommengen. Die Übertragungsnetzbetreiber erwarten für 2024 52% der EE-Erzeugung aus Windkraftanlagen, aber nur 29% aus Solaranlagen und nur 15% aus Biomasseanlagen.
Warum werden Solaranlagen fast doppelt so hoch wie Windanlagen gefördert, für nur gut die halbe Menge Strom?
EEG-Differenzkosten 2024: Erneuerbare Subventionen pro kWh

Die hohen Förderkosten von Solarstrom liegen einfach an den hohen Förderkosten pro kWh für Photovoltaik. Deutsche Solaranlagen werden im Jahr 2024 mit 19,8 Ct/kWh (!) gefördert (Mittelwert aus Marktprämienmodell und Festvergütungsmodell):
- 25,1 Ct/kWh Geothermie
- 20,3 Ct/kWh Biomasse
- 19,8 Ct/kWh Photovoltaik
- 16,8 Ct/kWh Wind offshore
- 10,8 Ct/kWh Wasserkraft
- 8,6 Ct/kWh Windkraft
Noch dazu ist der Marktwert von Solarstrom niedriger als der aller anderen Erzeuger. Der Erlös aus dem Marktwert wird von der Vergütung abgezogen um die EEG-Differenzkosten zu erhalten.
Erstaunlicherweise werden neue Solaranlagen weniger subventioniert als neue Windanlagen. Es sind also vor allem die Bestandsanlagen, die die Förderkosten von Solarstrom in die Höhe treiben.
Stagnation nach Degression: Entwicklung EEG-Vergütung Neuanlagen

Solaranlagen werden 20 Jahre mit der gleichen Anfangsvergütung gefördert. Wir zahlen also immer noch mehr als 40 Ct/kWh für Anlagen, die vor 2008 in Betrieb gingen. Bei Windanlagen gibt es die Anfangsvergütung hingegen nur für rund 12 Jahre (je nach Ausbeute) mit anschließend 4-5 Ct/kWh Grundvergütung.
Windräder würden die Kosten aber selbst bei 20 Jahren Anfangsvergütung nicht so krass treiben, weil die Wind-Förderkosten über die Jahrzehnte nur wenig gesunken sind. Die aktuellen Ausschreibungsergebnisse liegen mit 7,3 Ct/kWh nicht viel niedriger als die 9,1 Ct/kWh im Jahr 2000.3 Und das ist der höchste zulässige Gebotswert mit deutlich unterzeichneten Auktionen. Die Förderung von Solarparks sank im gleichen Zeitraum von 50,8 Ct/kWh auf 5,1 Ct/kWh!
Überhaupt scheint der Wechsel von Festvergütungen auf Ausschreibungen mit dem EEG 2017 wenig an Kostensenkungen gebracht zu haben. Die Biomasse-Vergütungsansprüche stiegen sogar seit Beginn der Ausschreibungen.
Eine große Ausnahme dabei ist die Offshore-Windkraft, deren Festvergütung noch vor wenigen Jahren bei 15 Ct/kWh lag, bzw. 19 Ct/kWh mit dem Stauchungsmodell. In den ersten Ausschreibungen 2017 und 2018 fiel die Vergütung im Marktprämienmodell hingegen auf 2,7 Ct/kWh. Die bis 2025 zu bauenden Offshore-Windparks sind quasi förderfrei.
Die Bauprojekte ab 2026 der Ausschreibung 2024 erhalten dann sogar überhaupt keine direkte Subventionierung pro kWh mehr. Im Gegenteil, Investoren mussten sogar um die Flächen bieten. Indirekte Subventionen wie Landanschluss und Einspeisevorrang bleiben aber erhalten.
Förderende? Prognose mit & ohne EEG-Subventionen

Wann hören wir endlich auf Mondpreise für Sonnenstrom zu zahlen? Natürlich fallen jeden Monat immer mehr der sauteuren Ü30- und Ü40-Cent-Altanlagen aus der Förderung. Aber die allerletzten Ü20-Cent-Anlagen sind erst 2033 ausbezahlt und für Ü10-Cent-Anlagen dauert das noch ein paar Jahre länger.
Es kommt außerdem ein gegenläufiger Trend hinzu, der beschleunigte Ausbau infolge der EEG-Novelle 2022. Zwar ist die Subventionierung jeder Neuanlage nur noch relativ gering. Aber durch den Massenausbau bleiben die Gesamtfördersummen hoch.
Beim derzeit geplanten Ausbau müssten vermutlich dauerhaft rund 20 Milliarden Euro pro Jahr in die Subventionierung von Erneuerbaren fließen.4 Die Abschaffung der EEG-Förderung von Neuanlagen würde diese jährlichen Kosten bis 2030 bereits auf die Hälfte senken.5 Diese finanzielle Entlastung für den Bundeshaushalt wird wohl der Grund sein, warum die FDP die Subventionierung von Erneuerbaren beenden will.
Eine Begründung der FDP ist, dass es im Jahr 2045 keinen Sinn machen würde, noch Erneuerbare zu subventionieren, wenn bis dahin 100 Prozent Erneuerbare im Netz wären. Das klingt wie Zweckoptimismus, wenn man den schlechten Stand der Energiewende bedenkt, aber folgt einer in sich schlüssigen Logik.
Sinkender Strompreis, steigende Subvention: Marktwerte 2019 vs 2024

Ohne die Energiekrise wären die EEG-Differenzkosten noch höher als sie sowieso schon sind. Die heute deutlich höheren Marktpreise an allen Energiemärkten führen zu einer Entlastung bei den Subventionen, weil Stromerzeuger höhere Erlöse am Strommarkt erzielen.
Gegenüber 2019 sind die Marktpreise im 1. Halbjahr 2024 und 2. Halbjahr 2023 am Day-Ahead-Strommarkt im Mittel um 3,7 Ct/kWh gestiegen:
- + 1,9 Ct/kWh Photovoltaik
- + 3,0 Ct/kWh Windkraft
- + 3,4 Ct/kWh Wind offshore
- + 4,0 Ct/kWh Biomasse
- + 4,0 Ct/kWh Wasserkraft
Eine weitere Folge der höheren Energiepreise ist der Einbruch des Energieverbrauchs. Der Stromverbrauch Deutschlands ist heute gut 15% niedriger als im langjährigen Mittel! Und das dürfte wegen der Deindustrialisierung energieintensiver Gewerbe auch so bleiben.
Eine niedrigere Last führt aber zusammen mit dem Einspeisevorrang für Erneuerbare dazu, dass der EE-Anteil bei gleicher absoluter Erzeugung relativ steigt. Dazu kommt, dass auch die absolute EE-Erzeugung durch den weiteren Ausbau langsam steigt.
Bei höheren EE-Anteilen macht sich aber die Kannibalisierung bei Wind und vor allem Solar stärker bemerkbar. Das erklärt den nur halb so hohen Anstieg der Marktpreise beim Solarstrom gegenüber Biomasse und Wasserkraft und den ebenfalls geringeren Anstieg bei der Windkraft.
In Zukunft dürfte bei weiterem ungebremsten Ausbau dieser Kannibalisierungs-Effekt noch deutlich höher werden. Die Kosten-Entlastung durch höhere Marktwerte könnte also in den nächsten Jahren zu einem großen Teil wieder aufgefressen werden.
EEG-Paradoxon: Umlagemechanismus als Treiber hoher Subventionen?

Warum führt ein niedriger Marktwert zu hohen Subventionen? Das liegt am sogenannten „EEG-Paradoxon“. Alle per EEG subventionierten Erzeuger bekommen einen garantierten Festpreis (Festvergütung) oder Mindestpreis (Marktprämie).
Je weniger Erlöse der EE-Strom am Strommarkt erzielt, desto höher ist die Deckungslücke zum Festpreis/Mindestpreis. Die EEG-Differenzkosten steigen also linear mit dem Sinken des Marktwerts durch den EEG-Umlagemechanismus.
Das EEG-Paradoxon meint also,:
Je weniger der Strom aus Erneuerbaren wert ist, desto mehr muss er subventioniert werden.
Warum man das als Paradoxon (=Widerspruch) bezeichnet, erschließt sich mir nicht. Auch Milch muss dann mehr subventioniert werden, wenn die Supermarkt-Milchpreise fallen. Irgendwo muss das Geld ja herkommen. Der Begriff hat sich aber offenbar so im Energiewende-Jargon eingebürgert.
Synonym zu EEG-Paradoxon kann man auch Kannibalisierungseffekt sagen. Und wie gesagt werden EEG-Paradoxon/Kannibalisierungseffekt mit weiterem Ausbau von Wind und Solar eine immer größere Rolle spielen. An sonnigen und windigen Tagen zerstören sich die Solar- und Windanlagen ihre eigenen Erträge durch ungeregelte Überproduktion bis hin zu Negativpreisen. In einem funktionierenden Markt gäbe es keine Minuspreise.
Weitere Subventionen im Rahmen des EEG
Wir reden am liebsten über direkt bezifferbare Kosten, wie die EEG-Differenzzahlungen. Es gibt aber noch viele weitere Subventionen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), z.B.:6
- §2 EEG: Nutzungsvorrang
„Die Errichtung und der Betrieb von Anlagen sowie den dazugehörigen Nebenanlagen liegen im überragenden öffentlichen Interesse und dienen der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit.“ - §11 EEG: Einspeisevorrang
„Netzbetreiber müssen vorbehaltlich des § 13 des Energiewirtschaftsgesetzes den gesamten Strom aus erneuerbaren Energien oder aus Grubengas, der in einer Veräußerungsform nach § 21b Absatz 1 veräußert wird, unverzüglich vorrangig physikalisch abnehmen, übertragen und verteilen.“ - §12 EEG: Erzeugerseitiger Netzausbau
„Netzbetreiber müssen auf Verlangen der Einspeisewilligen unverzüglich ihre Netze entsprechend dem Stand der Technik optimieren, verstärken und ausbauen, um die Abnahme, Übertragung und Verteilung des Stroms aus erneuerbaren Energien oder Grubengas sicherzustellen.“
In den Genuß dieser Vorteile kommen andere Erzeuger nicht. Der Einspeisevorrang allein dürfte einen größeren finanziellen Vorteil bieten als all die EEG-Differenzzahlungen.
Dazu kommen noch weitere implizite Subventionen, zum Beispiel das Vorhalten von Regelenergie für Wind- und Solaranlagen. Anders als alle anderen Kraftwerke stellen Windräder und PV-Module dem Netz keine Schwungmassen als Momentanreserve zur Verfügung. Um diese Funktion zu ersetzen müssen zusätzlich Batterien ans Netz gehen, deren zusätzliche Kosten nicht der Anlagenbetreiber trägt.
Sind die Ziele der EEG-Förderung erreicht?
Das Ziel der signifikanten Preissenkung Erneuerbarer Energien ist bereits seit rund einem Jahrzehnt erreicht:
- Solarstrom kostet schon seit 2014 eine Größenordnung weniger als zu Beginn der deutschen Einspeisevergütungen.
- Offshore-Wind hat bis 2015 einen ähnlich erfolgreichen Kostenverfall hingelegt, dank der britischen Contracts for Difference.7.
Das ist vermutlich bereits ein viel größerer Erfolg, als es sich die Initiatoren des EEG je zu träumen gehofft hätten.
Und in Zukunft sind kaum noch Kostensenkungen zu erwarten. Selbst wenn PV-Module morgen kostenlos wären, würde das die Erzeugungskosten von Solarstrom nur um ein Viertel senken. Die Module machen nur noch ein Viertel der Solarstromkosten aus.
Aber nicht nur bei den Zielen ist man über die Erwartungen hinaus geschossen, auch bei den Kosten und der Dauer:
- Seit 2000 sind 300 Milliarden Euro EEG-Differenzkosten aufgelaufen plus enorme zusätzliche Energiewende-Kosten.
- Erneuerbare werden in Deutschland seit bald 35 Jahren subventioniert, seit dem Stromeinspeisungsgesetz im Jahr 1990.
Das ist schon deutlich mehr als eine Kugel Eis für ein paar Jahre.
Fazit: Warum gibt es immer noch Subventionen für Erneuerbare?
Wird die Frage nach der Abschaffung der Subventionen für Erneuerbare also viel zu spät gestellt?
Die Energiewende-Lobbygruppen behaupten ja selbst, dass Erneuerbare längst zu den günstigsten Erzeugern gehören, egal ob man Agora Energiewende fragt, Fraunhofer ISE oder das DIW.
Auch das grün geführte Klima- und Wirtschaftsministerium behauptet:
„Photovoltaik (PV) ist einer der günstigsten Energieträger“
(BMWK )
Genau die gleichen Interessenvertreter fordern MEHR Subventionen, obwohl Erneuerbare angeblich so günstig sind.
3 Fragen fallen mir da ein:
- Warum Dauersubventionen über Generationen trotz angeblich niedriger EE-Erzeugungskosten?
- Warum wird mit Klimaschutz argumentiert, trotz dem CO2-Preis im Stromsektor seit 2005?
- Warum läuft die Energiewende planwirtschaftlich, obwohl unsere Marktwirtschaft kosteneffizienter ist?
Ohne befriedigende Antworten auf diese Fragen, bleibt mir nur zu sagen:
Weg mit den Subventionen!
Quellen
- Ermittlung des EEG-Finanzierungsbedarfs 2024 nach § 4 EnFG Übertragungsnetzbetreiber (2023)
- Ø EEG-Vergütung abzüglich Marktwerte 1. HJ 2024 & 2. HJ 2023 nach SMARD (2024)
- Ausschreibungen für EE- und KWK-Anlagen Bundesnetzagentur (2024)
- Annahme: Ausbau auf 215 GW Solar, 115 GW Wind, 30 GW Wind Offshore bis 2030 mit aktuellen Markt- und Förderpreisen BMWK (2024)
- Achtung: sehr grobe Überschlagsrechnung um die Größenordnung zu ermitteln.
- Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien Gesetze im Internet (2024)
- CfD Register Low Carbon Contracts (2024)






Hier ein paar erklärungen zu den drei Fragen.
Das liegt hautsächlich am Marktdesign des Energiemarkts mit dem Merit Order Effekt usw. Auch muss man sehen, das die Kosten der neuen EE Anlagen mit den Kosten von abgeschriebenen fossilen / atomaren Altanlagen konkurieren müssen. Bei neuen Anlagen sieht das anders aus. Die negativen Strompreise treten ja schon auf obwohl noch fossile Kraftwerke am Netz sind. Da sind noch ein paar GW Kohle und Gas am Netz die trotz Einspeisevorrang weiter laufen.
Der CO2 Preis war jahrelang viel zu gring um einen Effekt auszuwirken, zudem wurde zu viele Zertifikate kostenlos ausgegeben. Auch können Zertifikate auf Vorrat gekauft werden, was einige Energieversoger auch getan haben, dadurch wirkt der in den letzten Jahren erhöhte CO2 Preis noch nicht komplett.
Der Energiesektor ist ein hoch regulierter Mark, da kann keine Rede von Marktwirtschaft sein. Das ist auch nötig um die Energiesicherheit zu gewährleisten. Leider füllen sich dadurch einige Unternehmen die Taschen sobald es möglich ist. Siehe Übergewinne Energiekriese. Was wurde da Geld mit spreiswertem Kohle und Atomstrom aus abgeschriebenen Anlagen gemacht. Auch die EE Anlagen haben was abbekommen keine Frage.
1. Verstehe nicht inwiefern Wind und Solar mit den Kapitalkosten von fossilen Altanlagen konkurrieren. Die konkurrieren doch als Fuel Saver nur mit den Betriebskosten, oder nicht? Pay-As-Cleared ist übrigens in den allermeisten Märkten Standard und Pay-As-Bid würde kaum etwas ändern, weil die Marktteilnehmer dann einfach höher bieten würden. (knapp unter Grenzkosten der Konkurrenten statt eigene Grenzkosten)
2. Der CO2-Emissionshandel hat ungefähr die Hälfte der Emissionsminderung in Deutschland bis 2020 zu verantworten, trotz niedriger Preise und Freivolumen. Und seit 2020 ist der Preis ordentlich gestiegen.
3. Es gibt einen Unterschied zwischen einem reguliertem Markt und einem Markt in dem Politiker (!) über Wohl oder Wehe von einzelnen Technologien entscheiden.
Freut mich, das mal zu lesen. Was ich gerne wüsste: Wo hast du die EEG-Differenzkosten her? Ich habe schon ausführlichst danach gesucht, aber seit die EEG-Umlage entfallen ist und alles beim Steuerzahler landet, bleibt die Höhe der Subventionen intransparent. Man hört nur immer mal in der Presse, dass die Differenzkosten seit Normalisierung der Strompreise (und dem ins Nichts fallenden Marktwert der Solareinspeisung) wieder gigantisch angestiegen sind und nun ein Problem für den Staatshaushalt darstellen.
Ja, die EEG-Differenzkosten werden leider unter Habeck nicht mehr transparent kommuniziert. Als das BMWK noch BMWI hieß gab es dazu eine tolle Excel-Tabelle namens eeg-in-zahlen-xls.xlsx, leider Stand 2021.
Heute muss man die leider selbst ausrechnen anhand der Vollvergütung abzüglich Markterlöse der plus Marktprämie.
Hier meine Gesamtdifferenzkosten für Festvergütung & Marktprämie seit 2019 in Mio. €:
2019 OFFI ist die Zahl aus dem Excel, wie man sieht weicht meine Berechnung für 2019 leicht ab.
Für 2024 sollen es 18 Mrd. werden und für 2025 werden 16 Mrd angesetzt laut ÜNB.
Moin, dachte beim ersten Lesen, dass dies eine gut recherchierte Seite mit einem leichten Drall zur Atomkraft wäre, musste aber festgestellen, dass die ideologische Verblendung, die immer den Grünen vorgeworfen wird, hier eindeutig in Richtung Atomkraft festzustellen ist.
Die kleinen Ungereimtheiten können nicht zufällig kommen, zum Beispiel zur Frage ob AKWs versichert sind. Ja, aber nur Haftpflicht bis einigen hundert Millionen Euro. Social Cost of Carbon wird mit 70 € angeben, dieser Wert ist aber alles andere als gesichert und rangiert bis zu $5000. Gleiches gilt für die Subvention, natürlich reichen die 35 Milliarden nicht aus, um alle AKW zurück zubauen. Eine Kostenabschätzung kann man ja an den ersten Baustellen sehen. Entsorgung des Atommülls wird am Ende auch der Steuerzahler sein, weil der Staat keine Nachforderungen bei den Firmen stellen wird.
Ich frage mich, wie man privat so viel Zeit in solche Artikel investieren kann ohne sich an den Ungereimtheiten zu stören.
1. Haftpflicht für AKW in Deutschland geht bis 2,5 Mrd. Euro, darüber hinaus haftet UNBESCHRÄNKT der Betreiber
2. SCC hängt ab von allerlei Annahmen. Garbage in, Garbage out und $5000/tCO2 ist eindeutig Garbage, da kannst du jeden fragen…
3. Von welchen 35 Mrd. Euro redest du? Der Rückbau wird allein vom Betreiber in Eigenregie und auf eigene Kosten geleistet.
4. Die Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs hat 2016 als Kosten für die Endlagerung des AKW-Atommülls 18 Mrd. Euro ermittelt. Die Betreiber haben inklusive Risikozuschlag 24 Mrd. Euro dafür bezahlt.
Wie du siehst, haben die Artikel hier keineswegs eine Schlagseite, sondern gründen auf ausführlichen Recherchen.
> 3 Fragen fallen mir da ein:
> 1. Warum Dauersubventionen über Generationen trotz angeblich niedriger EE-Erzeugungskosten?
> 2. Warum wird mit Klimaschutz argumentiert, trotz dem CO2-Preis im Stromsektor seit 2005?
> 3. Warum läuft die Energiewende planwirtschaftlich, obwohl unsere Marktwirtschaft kosteneffizienter ist?
Um alle drei Fragen zu beantworten: Weil der CO2-Preis zu niedrig ist und somit fossile Energien effektiv noch viel stärker subventioniert werden. Siehe
https://de.wikipedia.org/wiki/Erneuerbare_Energien#Vermeidung_externer_Kosten
und dortige Referenzen.
Die Marktwirtschaft ist *nicht* kosteneffizienter weil mittel- und langfristige Kosten bisher nicht internalisiert wurden.
Diese Kritik traf in der Anfangsphase des ETS zu. Der CO2-Preis ist aber schon seit 2021 sehr hoch, aktuell bei 70€/tCO2. Das ist bereits höher als die Social Cost of Carbon.
Bei der vorgesehen PV-Leistung von 210 GW im Jahr 2030 ist abzusehen, dass der Marktwert dann beim kleinsten Sonnenschein gegen 0 und darunter tendiert, weil das Netz und die Verbraucher niemals in der Lage sind diese Unmengen an Leistung aufzunehmen.
Das ist heute ja schon laufend zu beobachten und wird in Zukunft Miliarden an Subventionen verschlingen.
Das der Gesetzgeber hier nicht mal einen Plan hat, wie er mit dieser Situation umgehen will, spricht für sich.
Steile These, aber vermutlich hast du nicht unrecht. Muss ich glatt mal simulieren, was das kosten würde, wenn der Marktwert von Solar im Jahr 2030 signifikant tiefer ist.
Mir fällt aber auf Anhieb nix Schlaues ein, was der Gesetzgeber da tun könnte. Massiver Überausbau bedeutet nun einmal, dass der Nutzen in den Keller fällt. Entweder man weitet die Abregelung bei negativen Preisen auf eine höhere Preisschwelle aus oder man hört auf unkontrolliert auszubauen. Gegen das 1×1 des Marktgleichgewichtes hilft sonst imho nix.
Die gleichen Überlegungen dann bitte auch für die geringere Dieselsteuer, die Dienstwagenvergütung, Braunkohlesubvention und Subvention für den Kohleausstieg.
Da bist du einigen Mythen auf den Leim gegangen. Es gibt weder eine Dienstwagenvergütung, noch eine Subvention für Braunkohle oder Kernkraft.
Eine Dieselsteuer gibt es und die ist sogar höher als selbst ein extrem pessimistischer CO2-Preis, siehe den Artikel dazu: Umweltbundesamt: Gibt es umweltschädliche Subventionen wirklich?