Ohne Russisches Gas: 11 Maßnahmen, wie wir den nächsten Winter überstehen

Was wenn Russland uns das Gas abdreht? Kommen wir ohne russische Importe durch den Winter 2022/2023?

Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine hat uns Deutschlands Abhängigkeit von Energie-Importen gezeigt.

Unsere Abhängigkeit ist der Grund für unsere Weigerung am Energieembargo gegen Russland teilzunehmen.

Während des russischen Angriffskrieges importieren wir weiter Kohle, Erdöl und Erdgas aus Russland.

Wir finanzieren Putins Kriegskasse nicht weil wir wollen, sondern weil wir keine andere Wahl haben.

Das weiß Russland auch und droht nun sogar mit dem Stopp von Gaslieferungen.

Was können wir jetzt tun, um möglichst schnell russische Energie-Importe zu ersetzen?

Wie viel Erdgas, Erdöl & Kohle importiert Deutschland aus Russland?

Deutsche Importe Gas Kohle Oel in 2020 - Ohne Russisches Gas: 11 Maßnahmen, wie wir den nächsten Winter überstehen

Im Jahr 2020 stammten laut Eurostat aus Russland:123

  • 66% unserer Erdgasimporte
  • 46% unserer Kohleimporte
  • 30% unserer Erdölimporte

Kohle und Erdöl können wir aus anderen Ländern zu beziehen.4 Die marine Infrastruktur ist die gleiche, egal woher die Schiffe mit den Brennstoffen kommen. Erdgas woanders zu beziehen ist deutlich schwieriger. Wir sind auf Pipelines und LNG-Terminals angewiesen.

Der deutsche Verbrauch von Kohle und Erdöl beträgt außerdem jeweils nur rund 0,5% der globalen Produktion. Vom gesamten weltweit geförderten Erdgas verbrauchen wir hingegen mehr als 2%. Wir sind einer der größten Gasimporteure der Welt.5

Erdgas ist die einzige Ressource, bei der wir spezifisch von Russland abhängig sind. Kohle, Erdöl und andere Rohstoffe können wir aus anderen Ländern beziehen. Das ist natürlich teurer, insbesondere wenn auch der Rest Europas von der russischen Abhängigkeit loskommen will.

Wie kommen wir ohne russisches Gas durch den Winter 2022/2023?

Massnahmen zur Reduktion der russischen Gasimporte 1 - Ohne Russisches Gas: 11 Maßnahmen, wie wir den nächsten Winter überstehen

Es gibt viele Alternativen zu russischem Gas. Fast alle davon kommen allerdings zu spät für den nächsten Winter.

Es bleiben 3 wichtige Sofortmaßnahmen für den Winter 2022/2023:

  1. ~130 TWhth: Laufzeit aller 6 Kernkraftwerke verlängern
  2. ~60 TWhth: Kohlekraftwerke erhalten & reaktivieren
  3. ~10 TWhth:Heimische Gasproduktion steigern
  4. ~10 TWhth:Schnellausbau Wärmepumpen und Wärmedämmung
  5. ~280 TWhth: Steigerung der Produktion in Groningen

Mit diesen Sofortmaßnahmen könnten wir auf russisches Gas verzichten und trotzdem eine Notfallsituation im Winter 2022/2023 abwenden. Es würden dann immer noch 80 TWhth Erdgas fehlen, was eine Verbrauchsreduktion in Industrie und bei Privatverbrauchern nötig macht.

Erdgas nicht mehr im Stromsektor zu vergeuden, ist in dieser Situation ein Nobrainer, auch mit Blick auf einen möglichen Blackout. Aktuell werden fast 200 TWhth Erdgas pro Jahr verstromt. Mittels Laufzeitverlängerung der 6 noch aktiven Kernkraftwerke und aller aktivierbaren Kohlekraftwerke können Erdgaskraftwerke vollständig ersetzt werden.

Die Niederlande plant den Gasausstieg in Groningen für 2022. Ob sie den trotz Erdbebengefahr verschiebt und den Export nach Deutschland wieder auf das Niveau von 2012-2015 steigert? Es scheint auch in der Niederlande angesichts des Ukraine-Kriegs Zeichen für ein Umdenken zu geben.

Ohne Groningen und ohne russisches Gas werden wir auf etwa ein Drittel des deutschen Gesamtgasverbrauchs verzichten müssen. Die ökonomischen Folgen wären ein Verlust von 0,5 bis 3% des Bruttoinlandsprodukts. Das sind 80 bis 1000 Euro pro Jahr pro Kopf mit höheren Auswirkungen für Niedrigverdiener. 6

Kurzfristige & Mittelfristige Maßnahmen für die Winter 2023-2030

Die Maßnahmen mit längerem Vorlauf teilen sich in 2 Zeithorizonte auf.

A) Kurzfristige Maßnahmen für die Winter 2023-2025

  1. ~50 TWhth: Gas-Fernwärme durch Großwärmepumpen ersetzen
  2. ~30 TWhth: Biogas methanisieren & einspeisen

Mit diesen Maßnahmen ließen sich die restlichen rund 73 TWhth fehlende Gasimporte in kommenden Wintern ersetzen.

Beide Maßnahmen erhöhen den Stress im Stromsektor. Dies kann durch den beschleunigten Ausbau von Wind und Solar und notfalls höherer Auslastung von Kohlekraftwerken kompensiert werden.

B) Mittelfristige Maßnahmen für die Winter 2026-2030

  1. Wärmepumpen & Energieeffizienz beschleunigen
  2. Wasserstoffwirtschaft etablieren
  3. Deutsche LNG-Terminals bauen
  4. Fracking-Gas in Deutschland erschließen
  5. Neue Gasfelder in Italien & Norwegen erschließen

Diese mittelfristigen Maßnahmen stehen gerade im Mittelpunkt der Berichterstattung. Sie kommen aber zu spät, um einen Unterschied bei einem baldigen Lieferstopp zu machen.

Die ersten beiden mittelfristigen Maßnahmen machen mit Blick auf den Klimaschutz sowieso Sinn. Ob die letzten drei Maßnahmen in irgendeinem Szenario Sinn machen, ist eine gute Frage.

Sofortmaßnahmen und längerfristige Maßnahmen werden im Laufe des Artikels noch vertieft vorgestellt.

Deutschlands Abhängigkeit: Warum aus russischem Gas aussteigen?

Russische Gasexporte nach Europa in 2019 - Ohne Russisches Gas: 11 Maßnahmen, wie wir den nächsten Winter überstehen

Warum überhaupt aus russischem Erdgas aussteigen? Mehrmals war Deutschland in den letzten Monaten durch seine Abhängigkeit von russischem Erdgas eingeschränkt handlungsfähig.

  1. Bei den SWIFT-Sanktionen im Ukrainekrieg, haben wir darauf gepocht den Energiehandel auszunehmen und so die Sanktionen deutlich entschärft.
  2. Bei der Diskussion um die EU-Taxonomie für nachhaltige Energie hat Deutschland durchgedrückt, dass klimaschädliches Erdgas als “nachhaltig” gilt.
  3. Beim Bau der russischen Pipeline Nord Stream 2 haben wir uns mit den USA angelegt, um ungestört russisches Erdgas importieren zu können.

Während Nord Stream 2 mittlerweile auf Eis liegt, importieren wir weiter russisches Erdgas durch die Pipelines Nord Stream 1, Jamal und Transgas. Letztere führt sogar mitten durch die Ukraine. Selbst wenn wir das Energieembargo weiter verweigern, könnte Russland die Gaslieferung einfach einstellen, wie bereits angedroht.

Erdgas war auch ein Grund für die russische Annexion der Krim 2014 und in deren Folge die Invasion der Ukraine 2022. Im schwarzen Meer gibt es riesige Gasfelder, die die Ukraine ab 2017 mit Exxon erschließen wollte. Damit wäre die Ukraine Wettbewerber zu Russland in dem lukrativen Geschäft der Gasexporte nach Deutschland und Europa geworden.

Atomausstieg: Deutsche Kernkraftwerke statt russischem Erdgas?

Substitution von russichem Erdgas durch Kernkraftwerke - Ohne Russisches Gas: 11 Maßnahmen, wie wir den nächsten Winter überstehen

Was, wenn wir den Atomausstieg verschieben?

Wir importierten 2020 Erdgas in einem Volumen von 568 TWhth Heizwert aus Russland. 7 Das entspricht fast genau dem Fünfjahresmittel.

197 TWhth Erdgas wurden 2020 für die Stromerzeugung verbrannt, also gut ein Drittel der russischen Importe. Die sind vollständig durch Kernkraft und Kohle substituierbar. 8

Von diesen 197 TWhth lassen sich gut zwei Drittel durch eine Laufzeitverlängerung der letzten sechs deutschen Kernkraftwerke ersetzen.9 Deutsche Kernkraftwerke können schneller Lastfolge fahren als moderne GUD-Kraftwerke.10

Die 3 Kernkraftwerke, die am 31.12.2021 stillgelegt wurden und jetzt im Nachbetrieb sind, können dank Streckbetrieb der alten Brennelemente schon im Herbst und Winter 2022 für Entlastung sorgen. Die 3 Kernkraftwerke, die am 31.12.2022 stillgelegt werden sollen, können ab Januar 2022 Streckbetrieb fahren.

Neue Brennelemente aus der deutschen Brennelementfertigungsanlage in Lingen können bis zum Winter 2023/2024 beschafft werden. Bis dahin lässt sich ein Betrieb mit verringerter Leistung durch einen Notkern aus alten Brennelementen aufrecht erhalten. Das wurde bereits im Jahr 2015 im Reaktor in Grafenrheinfeld erfolgreich getestet.11

Uran kann aus sehr vielen Ländern bezogen werden. Dank der extrem hohen Energiedichte reichen einige Kilotonnen Uran um auf Jahre Versorgungsicherheit herzustellen. Zum Vergleich, mit einigen Kilotonnen Kohle stellt man einige Stunden Versorgungssicherheit her.12

Die Laufzeitverlängerung der 6 Kernkraftwerke ist eine politische Herausforderung, keine technische. Trotz Klimakrise, Energiekrise, Krieg in Europa und Gasmangelgefahr im nächsten Winter wollen die Grünen immer noch nicht. Die rein interne “Prüfung” von BMWI und BMUV ist eine Auflistung von Möglichkeiten, wie man die sinnvolle Laufzeitverlängerung möglichst noch verhindern kann. Der Prüfungsvermerk enthält Falschinformationen zu Sicherheitsanforderungen, der Gesetzeslage und angeblichen Nachrüstungen sowie falsche Aussagen zum Steckbetrieb von Kernkraftwerken.

Kohleausstieg: Deutsche Kohlekraftwerke statt russischem Erdgas?

Was, wenn wir den Kohleausstieg verschieben?

Die deutschen Steinkohlekraftwerke laufen seit Jahren nur mit rund 30% Kapazitätsfaktor. Eine Erhöhung auf 50% Kapazitätsfaktor, würde das verbleibende Drittel der Gasverstromung sofort ersetzen. Sowohl bestehende Kohleimporte aus Russland, wie auch neue Kohleimporte, müssen natürlich aus anderen Ländern kommen. Da ist mit Vorlaufzeit zu rechnen.

Der Kohleausstieg sollte auf jeden Fall ausgesetzt werden, bis die akute Energiekrise beherrscht werden kann. Selbst mit Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke und ohne Abschaltung weiterer Kohlekraftwerke wird die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit in den nächsten Jahren schwer genug.

Denkbar wäre es sogar, dass Deutschland zu einem signifikanten Stromexporteur wird und mit Kohle-Überkapazitäten Nachbarländern dabei hilft Erdgas zu substituieren. Die ganze EU ist abhängig von russischem Gas. Dazu müssten wir den Kapazitätsfaktor der Steinkohle noch weiter erhöhen und/oder kürzlich stillgelegte Kohlekraftwerke reaktivieren.

Von den russischen Importen bleiben nach der Eliminierung der Gas-Verstromung noch 371 TWhth für Raumwärme und Warmwasser, die sich nicht so einfach substituieren lassen. Der Verkehrssektor spielt beim Erdgas keine Rolle. Den Gasverbraucher industrielle Prozesswärme müssen wir zum Glück nicht anfassen, um die russischen Importe zu eliminieren. Hier sind die Wirkungsgrade der Elektrifizierung grottig.

Erneuerbare: Ausbau von Wind & Solar statt russischem Erdgas?

Der beschleunigte Ausbau von Erneuerbaren mit dem EEG 2022 kann schon in einigen Jahren Früchte tragen. Ein schneller Ausbau von Solar könnte sogar schon in einigen Monaten Wirkung zeigen.

Russisches Erdgas kann damit aber nicht ersetzt werden, weil Wind- und Solaranlagen nur Strom produzieren. Die 200 TWhth Erdgas im Stromsektor können viel schneller und zuverlässiger durch Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke ersetzt werden als durch Wind und Solar.

Die Erzeugung von Solarstrom ist außerdem gerade während der Heizsaison im Winter am niedrigsten. Solar und Wind können aber helfen die Steigerung der Kohleverstromung durch einen Gasausstieg nach und nach zu kompensieren.

Kann die heimische Gasförderung erhöht werden?

Laut Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie kann die heimische Förderung für einige Jahre um 10-20% gesteigert werden. Das entspricht bei einer deutschen Gasförderung von 50 TWhth rund 5-10 TWhth.13

Wenn wir das Fracking-Verbot in Deutschland aufheben würden, könnten wir noch deutlich mehr fördern. Das geht aber nur mit einigen Jahren Vorlaufzeit und gehört daher zu den mittelfristigen Maßnahmen.

Können die Gaslieferungen aus der Niederlande erhöht werden?

Wir importieren Gas historisch aus drei Ländern: Russland, Norwegen und Niederlande. Können die beiden anderen Exporteure den Wegfall Russlands ausgleichen?

Die Lieferungen aus der Niederlande sind in den letzten Jahren stark gefallen, laut Eurostat sogar auf 0 in den Jahren 2016 bis 2019. Im Jahr 2022 ist im großen niederländischen Gasfeld Groningen sogar das Ende der Gasförderungen geplant.

Die Niederländer waren entsprechend nicht besonders begeistert, als Deutschland im Januar 2022 eine Erhöhung der Fördermengen verlangte. Die Förderung von Erdgas sorgt immer wieder zu Erdbeben bei Groningen. Falls die Niederlande ihren Gasausstieg wie geplant durchzieht, sind also eher deutliche Verschärfungen bei der Versorgungssicherheit in Europa zu erwarten.

Es scheint allerdings wegen dem Krieg in der Ukraine bereits ein Umdenken bei unseren Nachbarn zu geben. Die Fördermenge für 2022 soll bereits verdoppelt werden, selbst über eine Verdreifachung wird nachgedacht. Der Gasförderstop wurde bereits von 2022 auf 2023/2024 verschoben.

Falls die Niederlande trotz Erdbebenrisiko die Exporte nach Deutschland wieder auf das Niveau von 2012 bis 2015 steigert, könnten wir auf einen Schlag die Hälfte der russischen Gasimporte ersetzen. Mit den aktuell exorbitanten Gaspreisen könnte man ohne Probleme Häuser sanieren und Anwohner kompensieren. Die Anwohner scheinen schon aufgeschlossener zu sein wegen dem Ukraine-Krieg die Förderung zu erhöhen. Nötig dafür ist eine Einbeziehung der Bevölkerung, möglicherweise sogar eine Beteiligung der Betroffenen.

Können die Gaslieferungen aus Norwegen erhöht werden?

Norwegen hat uns laut Eurostat zwischen 2003 und 2011 bis zu 300 TWhth Gas pro Jahr geliefert. Diese Importe waren bis in das Jahr 2020 auf 179 TWhth gefallen. Theoretisch müsste hier also eine Erhöhung möglich sein.

Die drei Pipelines aus Norwegen nach Deutschland Europipe I & II sowie Norpipe können zusammen maximal 58 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr transportieren.141516 Das entspricht rund 600 TWhth.

Aus Norwegen gäbe es also genug Transportkapazität um gut die Hälfte der russischen Gas-Importe zu ersetzen. Voraussetzung ist natürlich, dass Norwegen überhaupt so viel an uns liefern kann. Laut Aussagen des Regierungschefs aus Norwegenliefern sie allerdings bereits auf Volllast.17

Können Großwärmepumpen statt Gas-Fernwärme eingesetzt werden?

54 TWhth Erdgas wurden 2020 für Fernwärme in Gaskraftwerken verbrannt laut AG Energiebilanzen. Die könnten nicht sofort substituiert werden, aber möglicherweise in naher Zukunft durch Großwärmepumpen.

Das Ausrollen von Großwärmepumpen sollte schneller möglich sein als der äquivalente Austausch kleiner Gasheizungen durch kleine Wärmepumpen in jedem einzelnen Haushalt.

Dadurch steigt natürlich der Stromverbrauch, aber das ließe sich durch andere Stromerzeuger ausgleichen.

Können wir mehr Biogas statt Erdgas in das Gasnetz einspeisen?

Heute werden bereits rund 10 TWhth Biogas pro Jahr methanisiert und in das normale Gasnetz eingespeist. Laut BDEW ließe sich das bis 2030 auf 100 TWhth steigern. Damit könnten sich bei einem forcierten Ausbau vermutlich schon in einigen Jahren die noch fehlenden Gasimporte von rund 30 TWhth ausgleichen lassen.

Natürlich steht dieses Biogas dann nicht mehr zur Verstromung zur Verfügung. Im Stromsektor müssen andere Erzeuger einspringen.18

Ist Flüssiggas (LNG) eine Alternative zu russischem Gas?

Die quellenunabhängige Alternative zu Pipelines ist ein LNG-Terminal. Dort kann Flüssiggas aus Tankschiffen entladen, regasifiziert und ins Gasnetz eingespeist werden. Das ist zwar deutlich teurer als Pipeline-Gas, aber unabhängiger.

In Deutschland gibt es kein LNG-Terminal. In Brunsbüttel wurde seit 2018 ein Neubau diskutiert. Nach politischer Hürden und Protesten von Umweltschützern stand das Projekt bereits vor dem Aus.

Bundeskanzler Olaf Scholz hat nach der russischen Invasion der Ukraine nun angekündigt möglichst schnell zwei LNG-Terminals bauen lassen zu wollen. Das Projekt Brunsbüttel soll vorangetrieben werden und ein zweites Projekt in Wilhelmshaven.

Die Fertigstellung wird aber frühestens Ende 2026 erwartet. Bis dahin muss auch das LNG-Angebot von Lieferländern deutlich ausgebaut werden um die zusätzliche Nachfrage aus Europa trotz stark steigender Nachfrage in Asien zu bewältigen. Aktuell ist ein Großteil des LNG in langfristigen Verträgen gebunden, vor allem in Asien. Ein Zehntel des LNG-Volumens stammt heute außerdem aus Russland.

Wir können theoretisch LNG über Drittländer importieren. Die nähesten LNG-Terminals für Deutschland sind Zeebrugge in Belgien, Rotterdam in der Niederlande und Swinemünde in Polen. Außer Zeebrugge sind diese Terminals bereits stark ausgelastet.19 Wenn auch unsere Nachbarländer russische Importe reduzieren, bekommen wir sicher kein LNG importiert.

Eine zeitnahe Lösung ist Flüssiggas für Deutschland sicher nicht. Aber ab dem Jahr 2027 könnten wir damit einen Teil unserer Gasimporte ersetzen.

Aufruf: Gibt es weitere Sofortmaßnahmen?

Kennst du noch weitere Sofortmaßnahmen oder kurzfristige Maßnahmen? Wenn ja, würde ich diesen Artikel gerne erweitern.

Ich habe für diesen Text ausführlich recherchiert, aber außer den obigen 6 sofortigen und kurzfristigen Maßnahmen nur Maßnahmen mit einem langen Zeithorizont ab 2026 gefunden, z.B. LNG-Terminals. Obwohl die viel zu spät kommen, sind das genau die Maßnahmen, die in den Medien diskutiert werden.

Ein beschleunigter Ausbau von Wärmepumpen und Wärmedämmung halte ich für nicht schnell genug um einen signifikanten Unterschied (≥ 10 TWhth) bis zum Winter zu machen. Täusche ich mich da?

Hier einige lesenswerte Quellen für Maßnahmen in Deutschland und Europa:

Bruegel geht ohne Groningen und ohne russisches Gas davon aus, dass Europa 2022 halbwegs überstehen könnte. Im Januar 2023 sind dann aber laut Bruegel spätestens die Gasspeicher leer, also mitten im Winter.20

Deren Annahmen sind allerdings noch optimistischer als meine eh schon optimistischen Zahlen. Ohne Beleg vorausgesetzt wird zum Beispiel, dass sich bis zum Winter 10% der europäischen Gaskraftwerke auf Ölverbrennung umrüsten lassen und bis zum Winter eine signifikante Zahl von Wärmepumpen installieren lassen. Selbst dann wird eine extreme Verbrauchssenkung in Industrie und Haushalten nötig.

Updates:

  • 09.03.2022: Erstmals veröffentlicht mit 9 Maßnahmen.
  • 10.03.2022: Sofortmaßnahme heimische Produktion und Mittelfristmaßnahme deutsches Frackinggas hinzugefügt. Ökonomische Folgen laut ECONtribute hinzugefügt.
  • 18.03.2022: Groningen Update mit neuen Quellen
  • 28.03.2022: Update mit mehr Fokus auf den ersten Winter

Quellen

  1. Imports of oil and petroleum products by partner country Eurostat (2021)
  2. Imports of solid fossil fuels by partner country Eurostat (2021)
  3. Imports of natural gas by partner country Eurostat (2021)
  4. Can Europe manage if Russian oil and coal are cut off? Bruegel (2022)
  5. Statistical Review of World Energy BP (2021)
  6. Die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Importstopps russischer Energie auf Deutschland ECONtribute (2022)
  7. Imports of natural gas by partner country Eurostat (2021)
  8. Energiedaten: Gesamtausgabe BMWI (2022)
  9. Verhältnis erzeugter Strommengen Kernkraft/Erdgas im Jahr 2021 AGEB (2022)
  10. Quo vadis, Netzstabilität? ATW (2021)
  11. Nettostromerzeugung aus dem Kernkraftwerk Grafenrheinfeld 2015 Energy Charts (2021)
  12. Heat Values of Various Fuels World Nuclear Association
  13. Trotz hoher Abhängigkeit von Russland: Politik verschmäht Erdgas aus Deutschland Handelsblatt (2022)
  14. Norpipe Wikipedia (2022)
  15. Europipe I Wikipedia (2021)
  16. Europipe II Wikipedia (2022)
  17. Interview mit Regierungschef Jonas Gahr Store ZDF (2022)
  18. Die Potentiale von Biogas/Biomethan BDEW (2019)
  19. LNG Import Terminal Utilisation (Nov 2021 – Feb 25th 2022) Bruegel (2022)
  20. Preparing for the first winter without Russian gas Bruegel (2022)

Dieser Beitrag hat 18 Kommentare

  1. Günter H

    Braunkohle Kraftwerke mit CCS versehen, Aus Braunkohle plus Wasser Methan und Wasserstoff herstellen.
    Die gute alte Kokerei und Stadtgas Technologie, etwas modernisieren.

  2. Uwe Pflügl

    Ja natürlich gibt es weitere Sofortmaßnahmen! Das Kohlekraftwerk Moorburg wieder in Betrieb nehmen und zwar so wie es ursprünglich gedacht war. Neben 1730 MW Strom war beabsichtigt mit dem Kraftwerk die Fernwärmeversorgung der Stadt zu übernehmen. Die notwendige Leitung unter der Elbe wird gerade gebaut, es fehlt nur die Verbindung zum Kraftwerk, ein relativ kurzes Teilstück. Es ist nicht anzunehmen das das geplante Gaskraftwerk Dradenau jemals gebaut wird. Aber mit etwas Willen schafft man die Elbquerung in geplanten Zeitraum und auch die Kraftwerksanbindung schon vor 2025, Strom kann sofort geliefert werden.

    1. Ja gut, Kohle reaktivieren ist ja schon berücksichtigt.
      Klar ist es dumm das effizienteste Kohlekraftwerk zuerst stillzulegen. Ich habe aber gelesen, dass der Rückbau bereits ausgesetzt wurde.

  3. Luke Horn

    Eine weitere Einsparmöglichkeit wäre beim Aluminium gegeben. Im Jahre 2015 hat Deutschland 530 Kilotonnen Aluminium aus Erzen hergestellt. Im Gegensatz zum Recycling wird dabei eine immense Menge Strom benötigt – pro Tonne Aluminium im Schnitt etwa 15700 Kilowattstunden.

    Bei den 2015 hergestellten Mengen sind es gute 8.3 Milliarden kWh Strom die für die Erzeugung von Aluminium verbraucht werden. Laut Medienberichten 2014 sind etwa 2000 Arbeitsplätze in den deutschen Aluminiumhütten vorhanden. Ich denke, deren Gehalt für ein paar Jahre “nichts tun“ zu zahlen ist billiger als das Gas was für diesen Strom verbrannt wird…

    1. Es ist ja nicht so, dass wir das Aluminium produzieren, weil das Spass macht. Das wird ja gebraucht.
      Wie viele Arbeitsplätze hängen denn tatsächlich von dem Aluminium ab? Wenn wir im Zweifelsfall keine Autos mehr bauen können ist plötzlich ein Drittel Deutschlands arbeitslos mit weitergehenden indirekten Jobverlusten

  4. Günter H.

    Warum läßt sich die heimische Gasproduktion nur um 10 TWh (thermisch) steigern?

    1. Das ist vom Laut Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie aus dem Handelsblatt.

      Es geht um kurzfristige Steigerungen bis zum nächsten Winter. Langfristig könnten wir gerade mit einem Fall des Fracking-Verbots deutlich mehr fördern.

  5. Steffen Moser

    Drei Fragen/Anmerkungen:

    a) Wie schaut es denn mit den Kernkraftwerken aus, die vor dem 31.12.2021 abgestellt wurden? Konkret denke ich an Philippsburg 2 sowie an Gundremmingen B. Ja, in Philippsburg wurden im Mai 2020 in einem Akt des Maschinensturms die Kühltürme gesprengt, aber Kühltürme sind wieder aufbaubar. In Gundremmingen stehen noch beide. Wie aber schaut es im nuklearen Bereich, bei der Leittechnik und den Generatoren aus? Was ich noch da?

    b) Wie gut könnte man für die angesprochenen Großwärmepumpen das erhöhte, aber ansonsten unrentable Temperaturniveau von Wärmekraftwerken (Kohle, Kernenergie) nutzen? Geht das im Rauschen unter oder hilft das nennenswert?

    c) Wie groß ist das Potential an stillgelegten Braunkohleanlagen? Könnten wir diese reaktivieren – obschon mir das hinzuschreiben unter Klimaschutzaspekten regelrecht Schmerzen bereitet.

    1. a) Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Kernkraftwerk reaktiviert werden kann, sobald mit dem Rückbau begonnen wurde. Für einen Neubau könnten allerdings Gebäude und Infrastruktur wiederverwendet werden. Noch dazu sind Menschen, die rund um AKWs leben selten ablehnend gegenüber Kernkraft.

      b) KWK wird oft als Wundertechnologie beschrieben. Du kannst aber nicht einfach Abwärme nutzen, deren Temepratur ist zu niedrig. Wenn du einen Teil der elektrischen Leistung aufgibst, kannst du einen Teil der Abwärme nutzen und so den Gesamtwirkungsgrad erhöhen. Das ist fein, aber kein Wundermittel. Um bestehende Kraftwerke zu nutzen, müssten die erstmal in der Nähe eines Fernwärmenetzes sein.

      c) Das Potential bei der Kohle ist hoch. Allein die sogenannte Braunkohle-Sicherheitsbereitschaft sind 2,7 GW. Weitere 8 GW wurden seit 1. Januar 2021 stillgelegt. Ich kann mir auch vorstellen, dass man Kohlekraftwerke aus der Sicherheitsreserve nimmt und stattdessen Gaskraftwerke dort reinstellt. Das sind 2,6 GW Kohle und 1,6 GW Öl. Bestehende Steinkohlekraftwerke am Netz haben außerdem eine Auslastung von nur 30%.

  6. EH

    Ich bin heute auf diese wirklich sehr interessante Seite gestoßen habe vieles davon gelesen und möchte zwei Ideen beisteuern mit denen man den Gasverbrauch reduzieren könnte. Es werden eine Produkte erzeugt die viel Energie/Erdgas brauchen aber verzichtbar wären.
    1. Es widerstrebt mir etwas für Kunststoffprodukte zu argumentieren aber bei Einweggebinden sind die Öko- und Energiebilanzen klar. Einweg-Glasgebinde (Flaschen, können für nahezu alle Produkte durch Kunststoffprodukte ersetzt werden. Unnötiges Glas schmelzen benötigt unnötiges Gas.
    2. In den Benelux-Ländern, Norddeutschland und Skandinavien sind Gebäudefassaden aus Klinkerziegeln sehr beliebt. Wie man, sinnvollerweise, begonnen hat auch Wärmedämmung in die Außenwände zu integrieren, mussten die Klinker-Vormauerungen mit Stahlbügeln die die Wärmedämmung durchdringen getragen werden. Das hat bis heute zu Folge, dass bei dieser Bauweise selten sinnvolle Dämmstoffstärken verwendet werden. Diese werden mit den vielen Stahlelementen (=Wärmebrücken) durchdrungen und verursachen so auf Dauer einen unnötig hohen Energiebedarf der Gebäude. Zusätzlich benötigt das Brennen der Klinkerziegel sehr viel Erdgas für die Brennöfen. Als Alternative gäbe es auch die Möglichkeit dünne Klinkerriemchen auf die optimierte Wärmedämmung zu kleben. Das ergibt optisch das gleiche Aussehen, das wäre kostengünstiger und wesentlich energieeffizienter. Das Brennen von Klinkerziegeln sollte sofort eingestellt werden.

    1. Wenn es daran geht die Gasnachfrage zu senken, gibt es sicher viele sinnvolle Optionen, wie deine beiden. Wenn man Triage machen muss, sollten die sinnlosesten Anwendungen natürlich zuerst fallen.

      Mir hat es in dem Artikel ehrlich gesagt widerstrebt überhaupt auf Verzichtsoptionen einzugehen. Die werden sich sowieso nicht vermeiden lassen, aber das sollte in meinen Augen das letzte Mittel sein.

  7. Heiko Gerhauser

    Es gibt bei LNG eine schnellere Alternative

    https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/Energie/0325_fortschrittsbericht_energiesicherheit.pdf?__blob=publicationFile&v=14

    “Die Bundesregierung hat über die Unternehmen RWE und Uniper drei
    schwimmende LNG-Terminals (Floating Storage and Regasification Units, FSRU)
    optioniert, um die Versorgungssicherheit in Deutschland weiter zu erhöhen. Die
    Unternehmen sind aktuell in den Vertragsverhandlungen über die Anmietung dieser
    schwimmenden LNG-Terminals. Diese Verhandlungen befinden sich auf der
    Zielgeraden. Die Bundesregierung prüft derzeit mögliche Standorte an der Nord- und
    Ostsee, in denen diese kurzfristig – teilweise schon für den Winter 2022/23 – zum
    Einsatz kommen können.”

    Es gibt auch sehr schnell einbaubare Wärmepumpen in der Form von Klimaanlagen mit Heizfunktion und Brauchwasserwärmepumpen. Viele Klimaanlagen sind sogar schon eingebaut, werden aber nicht zum Heizen genutzt, obwohl das möglich wäre.

    https://www.youtube.com/watch?v=m2mFhj9Uj6g

    Mein persönlicher Plan zur kurzfristigen Halbierung meines eigenen Erdgasverbrauchs:

    Klimaanlage installieren (steht schon im Flur, hat etwa 650 Euro gekostet, wird am Ostersamstag vom Klimatechniker installiert), soll die Heizung unterstützen
    Brauchwasserwärmepumpe (vor einer Woche installiert, Ariston für 949,99 Euro)
    Steckersolaranlage (600 Watt, leider im Moment überall ausverkauft, hoffentlich im Mai verfügbar, dürfte bilanziell im Sommerhalbjahr etwa für die Brauchwasserwärmepumpe mit 250 Watt Leistung reichen)
    Strom und Warmwasser moderat sparen (z.B. Wäsche aufhängen statt Trockner)
    Raumtemperatur 2 Grad runter

    Damit hoffe ich auf eine Halbierung des Gasverbrauchs bei gleichbleibendem Stromverbrauch aus dem Netz mit moderaten Investitionen (ca. 3000 Euro) und moderatem Verzicht.

    1. Das mit den 3 umgebauten Schiffen als provisorische LNG-Terminals ist sehr interessant. Und ein Einsatz schon im Winter 22/23 wäre erstaunlich. Aber der begrenzende Faktor bei LNG ist aktuell noch das Angebot.

      Über Balkonsolar denke ich auch seit einigen Monaten nach – seitdem wir in eine Wohnung mit Südbalkon gezogen sind. Ist aber leider nur im 1. Stock, mit hohen Bäumen direkt davor. Mal beobachten, wie das im Sommer wird.

      Übrigens darf das Modul meines Wissens sogar größer sein als 600 Watt, so lange der Wechselrichter maximal 600 Watt einspeist. Der Sweet Spot ist vermutlich deutlich höher, so dass man auch in der Nebensaison eine gute Ausbeute hat. Ist halt auch ne Platzfrage.

      Klimaanlage heißt halt Widerstandsheizung. Da kann man dann auch gleich nen Heizlüfter für 20€ nehmen. 😉

      In Frankreich sind Widerstandsheizungen Standard, wegen dem günstigen Atomstrom…

  8. Heiko Gerhauser

    Die Russen haben vor der Invasion massiv die Lieferungen gekürzt. Das ging ohne Vertragsbruch. In Folge hat Europa die LNG Importe massiv erhöht. Im Januar war es besonders heftig, da waren die LNG Lieferungen teils fast doppelt so hoch wie die Pipeline Lieferungen aus Russland.
    https://www.bruegel.org/publications/datasets/european-natural-gas-imports/
    Wie ging das bei aktuell begrenztem Angebot? Andere haben weniger LNG importiert.
    https://www.energyintel.com/0000017f-ff23-d482-a17f-ffff7d4e0000#:~:text=at%20%2431.48%2FMMBtu.-,South%20Korea,by%20Qatar%20with%20830%2C000%20tons.
    Fuel switch geht auch in Asien, mehr Kohle weniger Gas und dann wird LNG frei für Europa.

    Ich habe die Klimaanlage hier gekauft:
    https://www.ebay.de/itm/173492458965?epid=18040519499&hash=item2864f4d5d5:g:35IAAOSw9CRhmMZb

    Minus 10 Grad unterschreiten wir hier sehr selten und dann reicht die Leistung eh nicht. Als alleinige Heizung soll die sowieso nur in der Nebensaison dienen und da werden über 4 kWh Wärme pro kWh Strom kein Problem sein. Kannst Dir ja mal das Video von Andreas Schmitz ansehen.

    1. Wow, ich bin von den Socken. Das mit der Klimaanlage als Wärmepumpe kannte ich nicht. In großen Teilen Asiens und Nordamerikas hat jedes einzelne Zimmer ne Klimaanlage. Wieso kriegen wir das nicht hin? Auch zur Unterstützung sinnvoll.

      Die ganze Energiekrise wurde ja erst durch die vermehrte LNG-Nachfrage aus Asien in 2020 und 2021 angekurbelt. Das sieht man auch in deiner Quelle. Dass sich die Nachfrage in Ostasien wieder gelegt hat, wäre mir neu. In dem Diagramm ist da bisher lediglich ein zyklischer Rückgang beobachtbar – mit Ausnahme von Südkorea (warum?). Wenn du Südkorea abziehst, hast du im Feb 2022 quasi die Werte von Feb 2021. Die entscheidenden Monate kommen erst.

      Wer kann, macht bei diesen Preisen natürlich einen Fuel Switch. Aber kein Land der Welt hat so viel Überkapazitäten im Stromsektor wie Deutschland.

      Ob es andere Hebel gibt? Keine Ahnung. Wenn z.B. Japan seine Kernkraftwerke beschleunigt reaktivieren würde, könnten deren LNG-Importe signifikant fallen. Schaut aber nicht so aus.

  9. Heiko Gerhauser

    https://twitter.com/sstapczynski/status/1508281021175050245

    A narrow majority of Japanese support restarting idled nuclear reactors for first time since 2011 Fukushima disaster, according to a new poll

    Der Twitter account von Stephen Stapczynski (Reporter von Bloomberg in Japan) gibt einige Links zum Thema.

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