Tote pro TWh: Welche ist die sicherste Energiequelle?

Welche Energiequellen sind am sichersten? Es sind: Kernkraft, Geothermie, Solar, Wasser und Wind – in dieser Reihenfolge.

Update: nun mit Todeszahlen zur Klimaerwärmung

Kernkraft ist die sicherste Energiequelle noch vor Solar, Wasser und Wind.

Das überrascht viele Menschen, weil Medien die Angst vor radioaktiven Strahlen gerne als Clickbait einsetzen und so weiter schüren.

Doch selbst in Fukushima bei einem Super-GAU mit dreifacher Kernschmelze gab es kein einziges Todesopfer durch Radioaktivität.

Fossile Brennstoffe hingegen töten weltweit rund 24.000 Menschen pro Tag durch Luftverschmutzung 1, ohne dass man davon in den Medien hört.

Das ist so als ob täglich Tschernobyl 6 Mal passiert. Stell dir vor der größte Unfall in einem AKW aller Zeiten geschieht um 4 Uhr, um 8 Uhr, um 12 Uhr, um 16 Uhr, um 20 Uhr und nochmal um Mitternacht – jeden einzelnen Tag!

Kernkraft, Geothermie, Solar, Wasserkraft und Wind sind um viele Größenordnungen sicherer als fossile Energien und Biomasse.

Sicherste Energiequellen nach Todesopfern ohne Klimawandel - Tote pro TWh: Welche ist die sicherste Energiequelle?

Tabelle: sicherste Energiequellen nach Todesopfern pro TWh

Welche sind die sichersten und welche die gefährlichsten Energiequellen?

Dies sind die Todesopfer pro erzeugter Terawattstunde Elektrizität durch Unfälle und Luftverschmutzungohne Klimaerwärmung:

  • 32,720 Tote durch Braunkohle
  • 24.620 Tote durch Steinkohle
  • 18.430 Tote durch Erdöl
  • 4,630 Tote durch Biomasse
  • 2,821 Tote durch Erdgas
  • 0,035 Tote durch Windkraft
  • 0,024 Tote durch Wasserkraft
  • 0,019 Tote durch Solar
  • 0,016 Tote durch Geothermie
  • 0,010 Tote durch Kernkraft

Die Todesopfer durch Unfälle sind um Größenordnungen kleiner als die durch Luftverschmutzung. Man sieht sie im Graph kaum.

Quelle für die Sterberaten von Kernkraft, Geothermie, Solar, Wasser und Wind ist eine Studie von Sovacool et al 2

Leider betrachtet Sovacool nicht die Todesopfer durch Luftverschmutzung. Deshalb stammt die Mortalität von Erdgas, Biomasse, Erdöl, Steinkohle und Braunkohle aus einer zweiten Studie von Markandya & Wilkinson 3

Die fossilen Backup-Kraftwerke für volatile Erneuerbare sind nicht berücksichtigt. Wind und Solar würden mit Erdgas-Backup jeweils rund 0,4 Todesopfer pro TWh verursachen. 4

Tabelle: Todesopfer durch Unfälle, Luftverschmutzung & Klimawandel

Sicherste Energiequellen nach Todesopfern - Tote pro TWh: Welche ist die sicherste Energiequelle?

88% der deutschen Treibhausgase entstehen bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen und Biomasse. Kohle, Öl, Gas und Biomasse haben also fast im Alleingang zur Klimakrise geführt und heizen die Atmosphäre Jahr für Jahr weiter auf.

Die Klimaerwärmung für sich genommen ist noch gefährlicher als die Luftverschmutzung. Sie ist schon Grund genug fossile Brennstoffe und Biomasse als gefährlichste Energiequellen einzustufen.

Die Todesopfer durch CO2-Emissionen lassen sich im Jahr 2020 auf rund 226 pro Millionen Tonnen CO2 beziffern. 5

Wenn man die CO2-Emissionen von Energiequellen in Deutschland zugrunde legt, steigen die Todesopfer durch fossile Energiequellen um eine Größenordnung.

Todesopfer pro Terawattstunde inklusive Klimaerwärmung:

  • 293 Tote/TWh durch Braunkohle
  • 205 Tote/TWh durch Steinkohle
  • 199 Tote/TWh durch Erdöl
  • 188 Tote/TWh durch Erdgas
  • 57 Tote/TWh durch Biomasse
  • 17 Tote/TWh durch Solar
  • 9 Tote/TWh durch Geothermie
  • 6 Tote/TWh durch Wasserkraft
  • 4 Tote/TWh durch Windkraft
  • 3 Tote/TWh durch Kernkraft

Auch dies ist wieder ohne Backup für Wind und Solar gerechnet. Mit Backup wären es für Wind und Solar jeweils rund 26 Todesfälle pro TWh zusätzlich, also eine Vervielfachung.

Biomasse wird als nachhaltig angenommen, ohne CO2-Emissionen. Wenn sie nicht nachhaltig ist, dann ist Biomasse gleichauf mit Braunkohle – z.B. ein großer Teil der Holzverbrennung.

Im Vergleich mit Fossilen und Biomasse sind die ungefährlichsten Energiequellen Wind, Wasser, Solar, Geothermie und Kernkraft auch gleichzeitig die klimafreundlichsten.

Schadstoffe in der Luft: Luftverschmutzung tötet heute schon

Während die Todesopfer durch den Klimawandel vor allem in die zweite Hälfte des Jahrhunderts bis 2100 fallen, tötet Luftverschmutzung schon heute.

Braunkohle, Steinkohle und Öl sind in punkto Luftverschmutzung die gefährlichsten Energieträger. Erdgas und Biomasse stoßen weniger Luftschadstoffe aus, sind aber immer noch tödlich.

Schadstoffe in der Luft sind unter den größten Todesursachen unserer Zeit. Deutlich mehr Menschen sterben an Luftverschmutzung als an allen Krankheiten oder an Gewalt. 6

Die rund 8,7 Millionen Todesopfern durch Luftverschmutzung pro Jahr überschatten die Todesopfer durch Unfälle bei fossilen Energien und Biomasse. In den Graphen sind die Unfälle kaum zu erkennen.

Lokale Todesopfer durch Energieerzeugung in Deutschland

Während Todesopfer durch den Klimawandel vor allem im globalen Süden zu beobachten sein werden, passiert die Luftverschmutzung lokal in der Umgebung des Kraftwerks.

Mit dem Strommix in Deutschland 7 müssen rund 5.698 Deutsche pro Jahr sterben um gut 600 TWh Strom zu erzeugen – 90% der Todesopfer durch Kohle.

Das geht noch schlimmer: Wenn wir den Strom komplett mit Braunkohle erzeugen würden, müssten sogar 19.811 Deutsche pro Jahr sterben.

Es geht aber auch deutlich besser: Um 100% des deutschen Stroms mit nur einer Energiequelle zu erzeugen gäbe es pro Jahr – ohne Klimaerwärmung:

  • 19.811 Tote/TWh durch Braunkohle
  • 14.907 Tote/TWh durch Steinkohle
  • 11.159 Tote/TWh durch Erdöl
  • 2.803 Tote/TWh durch Biomasse
  • 1.708 Tote/TWh durch Erdgas
  • 21 Tote/TWh durch Windkraft
  • 15 Tote/TWh durch Wasserkraft
  • 12 Tote/TWh durch Solarenergie
  • 10 Tote/TWh durch Geothermie
  • 6 Tote/TWh durch Kernkraft

Wenn man über den Strom hinaus die gesamte Primärenergieerzeugung betrachtet, gibt es sogar 22.147 Todesopfer durch den Energiesektor in Deutschland pro Jahr. 8 9

Mit 11.677 Todesopfern gut die Hälfte davon sterben durch die Verbrennung von Erdöl, vor allem als Benzin und Diesel im Straßenverkehr.

Risiko Atomkraft: Aber was ist mit Tschernobyl?

Aber was ist mit Tschernobyl? Wenn man die Todesopfer von Tschernobyl mit einrechnet, dann versiebenfacht sich die Anzahl der Unfälle in der Kernkraft von 0,01 auf 0,07 Todesopfer pro TWh.

Die sehr empfehlenswerte Webseite Our World in Data hat eine solche Rechnung aufgestellt. Noch dazu verwenden sie für die Anzahl der Todesopfer das Worst-Case-Szenario der Weltgesundheitsorganisation basierend auf dem veralteten LNT-Modell für Strahlenschäden. Vermutlich soll so jede Diskussion über Tschernobyl im Keim erstickt werden. Klar, das kann man machen und 0,07 Tote sind ja immer noch ok.

Andererseits ist es absurd den Graphit-moderierten RBMK-Reaktor der ersten Generation ohne Containment vom Typ Tschernobyl mit unseren Leichtwasserreaktoren zu vergleichen. Ein Unfall wie in Tschernobyl ist heute physikalisch unmöglich. Das Schlimmste, was passieren kann ist ein Unfall wie in Fukushima mit 0 Todesopfern.

Stell dir vor wir addieren zu einer aktuellen Unfallstatistik im Straßenverkehr alle Unfälle mit Trabbis im Jahr 1986. PKW-Kritiker sagen es ist wichtig Trabbis zu berücksichtigen, weil die weder ABS, noch Airbag noch Dreipunktgurt hatten.

Klingt absurd? Genau das machen Anti-AKW-Vereine wie Ausgestrahlt oder BUND. Sie tun so, als würden wir immer noch Trabbis fahren.

Deswegen steht hier die Sterberate für Kernkraft aus der Sovacool-Studie. Dort wird Fukushima berücksichtigt, aber Tschernobyl nicht.

Übrigens, wenn man historische Energieunfälle wie Tschernobyl berücksichtigen würde, dann wäre Wasserkraft die tödlichste Energiequelle nach Unfällen mit mehr als 50 Todesopfern pro TWh. 10 Allein Banqiao forderte rund 200.000 Todesopfer.

Gefahr Atomausstieg: Kernkraft ist die sicherste Energiequelle

Egal ob du Tschernobyl berücksichtigst oder nicht, die Kernkraft rettet viele Leben im Vergleich zu fossilen Energiequellen und Biomasse.

Wir haben in Deutschland nach Fukushima im Jahr 2011 acht Kernkraftwerke sofort abgeschaltet und drei weitere in den folgenden Jahren. Diese elf Kernkraftwerke hätten 4.600 Todesfälle und 300 Megatonnen CO2-Emissionen pro 5 Jahre verhindern können. 11

Sollten wir wie geplant die restlichen 6 Kernkraftwerke abschalten wird das zu 16.000 weiteren Todesfällen in Deutschland und 1.100 Megatonnen zusätzlichen CO2-Emissionen bis 2035 führen.

Das größte Risiko an der Kernkraft ist demnach der Atomausstieg. Noch ist es nicht zu spät die verbleibenden 6 Kernkraftwerke zu retten, die 25% unseres sauberen Stroms erzeugen. #SaveGER6#CriticalClimateAction

Updates:

  • 18.12.2020: Erstmals veröffentlicht.
  • 01.08.2021: Neue Studie von Bressler zu Todesopfern durch CO2-Emissionen eingepflegt.

Quellen

  1. Fossil Fuel Pollution Kills 8.7 Million a Year Bloomberg (2021)
  2. Balancing Safety with Sustainability: Assessing the Risk of Accidents for Modern Low-Carbon Energy Systems Sovacool et al (2015)
  3. Electricity generation and health Lancet Markandya & Wilkinson (2017)
  4. Annahme 509 g/kWh Erdgas und 70g/kWh Backup nach Consequential environmental system analysis of expected offshore wind electricity production in Germany Pehnt et al (2008)
  5. The mortality cost of carbon Bressler (2021)
  6. Loss of life expectancy from air pollution compared to other risk factors: a worldwide perspective Lelieveld et al (2020)
  7. Stromerzeugung nach Energieträgern AG Energiebilanzen (2019)
  8. Primärenergieverbrauch nach Energieträgern Umweltbundesamt (2019)
  9. Annahme Wirkungsgrad Primärenergie-Nutzenergie: Braunkohle, Kernkraft (35%); Erdöl, Steinkohle (50%); Biomasse (60%); Erdgas (85%); Wind, Solar, Wasser (100%) – überschlagen nach Anteil Wärmesektor, Stromsektor, Verkehrssektor
  10. Fossil fuels are far deadlier than nuclear power New Scientist (2011)
  11. Implications of energy and CO2 emission changes in Japan and Germany after the Fukushima accident Kharecha et al (2019)

Dieser Beitrag hat 15 Kommentare

  1. Fritz Bühler

    Methodischer Fehler: Zu Recht berücksichtigen Sie die indirekten Todesfälle durch Luftverschutzung der fossilen Energieträger. Dann müssen Sie aber auch die Todesfälle bei Uranabbau, Transport und Lagerung der Atomabfälle berücksichtigen und sich hier nicht auf den Betrieb beschränken. Da wird schon klar, dass Ihr Ansatz insgesamt fragwürdig ist, denn die größte Gefahr der Atomkraft ist nicht die Stromerzeugung selbst (da stimme ich Ihrer Statistik weitgehend zu) sondern die ungeklärte Frage der Lagerung des radioaktiven Abfalls über hunderte von Jahren hinweg. Das ist auch eine ethische Frage gegenüber zukünftigen Generationen.
    Fazit: Atomkraft ist nur sicher, wenn man den Blickwinkel eng genug fasst.

    1. Die Todesfälle bei Uranabbau und -anreicherung sowie Bau, Rückbau und Beschaffung sonstiger Rohstoffe sind berücksichtigt. Genauso ist ja auch die Rohstoffbeschaffung bei Erneuerbaren berücksichtigt. siehe Quelle Sovacool et al (2015)

      Bei Transport und Lagerung der Atomabfälle aus zivilen Kraftwerken ist meines Wissens noch nie jemand verletzt worden, geschweige denn gestorben. Gibt es da anderslautende Infos?

      Warum ist die Frage der Lagerung des radioaktiven Abfalls ungeklärt? In der BRD werden alle radioaktiven Abfälle laut Gesetz in tiefengeologischen Endlagern entsorgt, selbst die leicht- und mittelradioaktiven (Schacht Konrad, Morsleben). Hier mehr Infos zur Endlagerung.

  2. Rudi Amannsberger

    Sehr geehrter Herr Blümm,

    sind Sie wirklich so naiv? Ist ihnen bekannt, dass es in vielen Uranabbauländern Afrikas nicht einmal ein Strahlenschutzgesetz gibt? Haben Sie eine Vorstellung über die Arbeitsbedingungen in den Uranminen und über das Gesundheitswesen und über die Möglichkeit eine Krebserkrankung eines Minenarbeiters in diesen Ländern als Berufskrankheit anerkannt zu bekommen?

    Wissen Sie wieviel der radioaktiven Mülls in Konrad oder in anderen tiefengeologischen Endlagern bereits eingelagert ist? Und dass die einzige Einlagerung, die es bisher in der Bundesrepublik gab, in der Asse, wieder rückgängig gemacht werden muss?

    Es ist nicht böse gemeint, aber ich weiß wirklich nicht, ob sie manche Information einfach unterschlagen oder tatsächlich nicht wissen.

    1. In der Studie zu den Todesopfern von Sovacool sind Uranförderung und -anreicherung natürlich berücksichtigt. Genauso die Wiederaufbereitung.

      Die Expertengruppe der UN zu Strahlenfolgen hat Gesundheitsschäden in Uranminen untersucht. Es gibt keinen Unterschied zu anderen Metallerz-Minen:
      Effects of Ionizing Radiation UNSCEAR (2006)

      Der Großteil des Urans kommt sowieso aus Uranminen in Australien und Kanada, nicht aus Afrika. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Arbeitsbedingungen dort so grauenhaft sein sollen.

      Und die Mengen an benötigtem Uran sind winzig. Vergleich das mal mit den enormen Mengen an Metallen, die man für andere Energieerzeuger benötigt.

      Es ist noch nie jemand durch Atommüll aus kommerziellen Kernkraftwerken getötet oder auch nur verletzt worden. Es gibt auch keinen Grund anzunehmen, dass sich das ändert.

      Der Müll in der Asse stammt zu 80% nicht einmal aus Kernkraftwerken. Der Müll aus Kernkraftwerken wurde bisher vor allem im Endlager Morsleben eingelagert. Das war ausschließlich schwach und mittel radioaktiver Müll.

      Ich verstehe die Panikmache nicht. Gibt es einen Grund an den Zahlen der Sovacool-Studie zu zweifeln?

  3. Memduh T.

    Herr Blümm!

    Erstmal möchte ich Sie bedanken. Auf dieser Weise zeigen Sie, wie wichtig eigentlich erneuerbare und Atomenergien für uns sind.
    Jedoch ist es schade, dass die Jugendlichen und junge Erwachsene kein Mitspracherecht besitzen und nach zahlreichen Widerstände trotzdem ignoriert werden.

    Ich hoffe nur, dass Sie weiterhin derartige Artikel/ Berichte/ Kommentare ins Web stellen, damit die Älteren auch bemerken, wie schädlich die Kohlekraftwerke für uns eigentlich sind!

    Mit freundlichen Grüßen,

    Memduh T.

  4. ernuwieder

    Herrje, geht denn wirklich jeder einzele der Apologeten der Kirche des heiligen Isotops mit dieser sinnfreien Sophisterei hausieren?

    Dass die Opferzahlen von Tschernobyl von der IAEO, vorsichtig ausgedrückt, nicht so ganz unumstritten sind und etwa die IPPNW mit durchaus wissenschaftlichem Aufwand auf etwas andere Zahlen kommen, geschenkt.

    Dass die Toten in Fukushima nicht Null waren, man mit der Windrichtung einen Heiden Dusel hatte und es auch durch die Evakuierung Tote gab, naja. (Ja, wenn ich jemand mit dem Dolch von einer Klippe evakuiere, tötet den zwar der Fall, aber bin ich daran ganz unschuldig? Mal irgendwer drüber nachgedacht von der keine-Strahlentoten-Fraktion?)

    Ist auch nicht so wichtig, da die Statistik dahinter eh offensichtlicher Bogus ist. Zumindest lese ich immer wieder Angaben über “Tote pro Petawattstunde”.
    Immerhin sind es dann bereits ganze Zahlen, also ein Toter oderer mehrere statt 0,2 Tote pro TWh.

    Eine Petawattstunde sind 1.000.000.000.000 kWh.
    Aber selbst in Deutschland wurde seit Erscheinen des EEG erst rund 0,4 PWh Solarstrom erzeugt.
    (Ja, ich hab nachgerechnet. Voriges Jahr waren es 0,051.)
    Und das dürfte schon mit Abstand die größte Stichprobe sein, die irgendwelche Arbeitsschutzregeln mit solider Statistik verbindet. China scheidet aus, USA, naja, dahinter kommt eh kaum noch was.
    Ham die Fans dieser “Statistik” den Begriff mal gegoogelt?

    Nein, die Quellen 1 und 4 habe ich nicht durchgelesen, aber aus den genannten Gründen mache ich mir auch wenig Hoffnung, da irgendwas Sinnvolles drin zu finden. Wäre auch eine etwas übertrieber Aufwand für einen Technologiepfad, der aus ganz anderen Gründen toter als ein Dodo ist. Is auch grad nicht mein Punkt.

    Nun, kaum ein aktiver AKW-Gegner hat sich in den letzten fünfzig Jahren dafür eingesetzt, Atomstrom durch Kohlestrom zu ersetzen. Ein paar spießige NYMBYs, sicher.
    Aber die Kohleverstromung war eh die Entscheidung von Politik und Konzernen, die obendrein meist ökonomische Gründe hatte.
    Wie man selbst hier sieht, war ja Erdgas, ohne den Klimaaspekt, allemal eine Alternative.
    Falsche Dilemmas und Strohmannvorwürfe helfen da leider nicht weiter.

    Aber vor allem, was an dieser dussligen Argumentation der wahre Kaiser ohne Kleider auf dem Elefanten im Raum ist, den ich bisher vergeblich suche:
    Tote durch Solarstrom?
    Ja, wer soll denn das sein?
    Unvorsichtige Dacharbeiter finden sich. Soll wohl vorkommen.
    Abgesehen davon, dass Dach-PV eher so n Häulebauerthema ist und gesamtwirtschaftlich und global kaum der Regelfall:
    Ja, schon denkbar, dass bei so einem extensiven Geschäft mehr Leute ganz konventionell verunglücken, als im Regelbetrieb von AKW und deren Rohstoffkette. Sogar plausibel.
    Nur: Das sind dann ja wohl in aller Regel Leute, die das freiwillig und als Beruf machen.
    Während die Geschädigten von Tschernobyl, Fukushima und potentiellen anderen Problemchen in aller Regel wirtschaftlich uninteressiert waren, ja zum Teil wohl nicht einmal in den Genuss des produzierten Stroms kamen.
    “Sorry, Leukämiekind, aber Du warst ingesamt das kleinere Risiko, damit der Chef von E-Werk seinen Pool heizen kann”.
    ?

    “Todesopfer durch Energieerzeugung” macht bewusst eine ethische Diskussion auf.
    Wer, wie immer wieder zu beobachten, diese Diskussion führt und dabei ganz offensichtlich überhaupt kein Bewusstsein für diesen feinen Unterschied von Risiko, Beteiligung und betroffener Gruppe zu haben scheint: Der soll sich nicht wundern, wenn er in demokratischen Staaten nicht so ganz an die Herzen der Menschen vordringt.

    Also, falls ich mich irre und die wunderbare, supergeile Renaissance der Atomkraft tatsächlich nur am irrealen Misstrauen der doofen Massen liegt:
    Liebe Lobby, das habt’er Euch aber auch redlich verdient, diese Misstrauen.

    1. Was ist denn deine Kritik an den Zahlen? Dass sie nicht deinen Erwartungen entsprechen? Sorry, aber so funktioniert das nicht…

      Wie wär’s, wenn du dir mal die Primärquelle zur Kernkraft und Erneuerbaren anschaust, also Sovacool. Wenn du dort gravierende Fehler findest, können wir gerne darüber reden. Sovacool ist sogar ein verbriefter Kernkraftgegner.

      Da siehst du dann auch, wie es zu Todesopfern durch Solarstrom kommt. Ist dir eigentlich nicht bewusst, was das für ne Materialschlacht ist? Die Ressourcen bauen sich nicht allein ab, dazu brauchst du Bergwerke für Kupfer, Zinn, Zink und Silber. Du musst energieintensives Aluminium herstellen. Noch dazu werden die Solarpaneele in China gefertigt und um die halbe Welt transportiert. Aber ne, da passiert nie ein Unfall…

      Und was die Art der Todesfälle angeht: Die rund 10.000 Toten pro Tag durch fossile Luftverschmutzung sind in der Bevölkerung gleichverteilt. Die rund 300 Toten in 70 Jahren ziviler Kernkraft sind hauptsächlich Kraftwerksarbeiter.

      Und was angebliche Strahlentode in Fukushima angeht, schau dir doch mal den aktuellen UNSCEAR-Report an. Da steht ausdrücklich, dass keine Strahlenfolgen in der Bevölkerung zu erwarten sind.

      Und was angebliche Leukämiefälle durch zivile Kernkraft angeht, wurden Leukämiecluster rund um Kernkraftwerke schon vor Jahrzehnten widerlegt. Nicht mal in Folge von Tschernobyl gab es Leukämie und da waren die Dosen deutlich höher.

      Ob du die Zahlen lieber in TWh oder PWh oder kWh oder mWh ausdrücken magst, ist völlig wurscht.

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